Forschungslaboratorium

Forschungslaboratorium für das hydrologische Messwesen

Schwerpunkt des Forschungslaboratoriums ist die Weiterentwicklung, Erprobung und Begutachtung von Messverfahren und Messgeräten zur Messung des Abflusses in natürlichen und urbanen Einzugsgebieten. Der Wissens- und Erfahrungsaustausch mit den Geräteherstellern und die Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Wasserbau sind die Grundlage für theoretische und experimentelle Forschungsarbeiten und Dissertationen. Hochgenaue Abflussmessungen z.B. an Sonderbauwerken der Kanalisation ermöglichen die Validierung von gängigen und die Entwicklung von neuen Berechnungsverfahren (z.B. zur Dimensionierung von Regenüberläufen). Diese Abflussmessungen sind nicht nur die rechtliche Grundlage für Bescheide nach dem Abwasserabgabengesetz sondern auch Voraussetzung zur Entwicklung und Überprüfung neuer mathematischer Ansätze zur Beschreibung hydrologischer Teilprozesse.

Die Formulierung von Mindestanforderungen an die Genauigkeit von Abflussmessdaten zur Kalibrierung urbaner Niederschlag-Abfluss-Modelle sind weitere Forschungsschwerpunkte. Die Gewinnung der hierzu notwendigen Abflussganglinien stellt besondere Anforderungen an die Langzeitstabilität der Messgeräte und an die Auswahl der Messorte.

In engem Zusammenhang mit der Abflussmessung steht die Abflussregelung. Diese gewinnt durch die Forderung der EU-Wasserrahmenrichtlinie nach einem guten ökologischen Zustand der Fließgewässer stetig an Bedeutung. Forschungsarbeiten beschäftigen sich hier mit dem Vergleich der Messgenauigkeit unterschiedlicher Systeme in Abhängigkeit von den Einbaubedingungen, der Betriebszeit und des Wartungsaufwandes.

Forschungsschwerpunkte sind weiterhin die Entwicklung von Verfahren und Methoden zur kurzzeitigen Messung von Systemvariablen zur Verifizierung und Kalibrierung hydrologischer Modelle. Hier ist ein eklatanter Mangel an qualifizierten Messdaten zu beklagen, der die Anwendung und Weiterentwicklung mathematischer Modelle zunehmend behindert.

Das Forschungslaboratorium ist in den einschlägigen Arbeitsgruppen der Deutschen vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) vertreten und begleitet dort die Forschungs-, Normungs- und Regelungsarbeiten.

Die in dem Forschungslaboratorium gewonnenen Ergebnisse kommen den Studierenden direkt zu Gute. Im Bachelor-Studiengang werden Messgeräte und-verfahren im Rahmen des Moduls „Ingenieurhydrologie I“ vorgestellt. Im Mastermodul „Messen und Modellieren in der Hydrologie“ werden die theoretischen Grundlagen und der Einsatz unterschiedlicher Messgeräte und -verfahren vermittelt. Die in konkrete Forschungsaufgaben mit eingebundenen Studenten erhalten einen realistischen Einblick in die Handhabung, den Einsatz und die Grenzen der verschiedenen Messverfahren.