Lehre

Seminar Wasser als Entwicklungsfaktor – Der Fall Lateinamerika / Agua como factor de desarrollo – El caso de Latinoamérica

Die Arbeitsgruppe Wasser und Internationale Entwicklung veranstaltete im Oktober 2011 gemeinsam mit dem Studienbegleitprogramm (STUBE) Hessen des World University Service einen interdisziplinäres Seminar zum Thema “Wasser als Entwicklungsfaktor – Der Fall Lateinamerika” in spanischer Sprache.

STUBE Hessen ist ein entwicklungspolitisch, interkulturell und multidisziplinär ausgerichtetes studienbegleitendes Programm für Studierende aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die in Hessen studieren. Wir bieten Seminare, Akademien und Tagesveranstaltungen an, fördern Praktika- und Forschungsaufenthalte in den Heimatländern und unterstützen Studierende bei der Organisation und Durchführung von örtlichen Veranstaltungen an ihren hessischen Hochschulorten.

Lernziele

Durch den Besuch der Veranstaltung wurde den Teilnehmern die grundsätzlichen Problem- und Fragestellung des Wassersektors in Lateinamerika vermittelt. Der Wassersektor wurde dabei anhand verschiedener Gesichtspunkte multidisziplinär analysiert: technisch, sozial, kulturell, ökologisch, ökonomisch etc.. Auf diese Weise wurde die Notwendigkeit interdisziplinärer Lösungsansätze verdeutlicht. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit unterschiedlichste Lösungsansätze diskutiert und neue Ansätze entwickelt.

Zielgruppe

Studierende und andere Personen aller Fachdisziplinen (z.B. Wirtschafts-, Geistes-, Gesellschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften) mit Interesse am Thema “Wasser in Lateinamerika”.

Veranstaltungsdaten

  • 1,5 Tage
  • Anreise: Freitagabend; Seminartage: Samstag (ganztags) und Sonntag (halbtags)
  • Termin: 22.-23.10.2011

Teil 1 – Bestandsaufnahme: Generelle Darstellung der Wasserproblematik in Lateinamerika (Sa., 22.10.)

Die Situation des Wassersektors wird hinsichtlich unterschiedlicher Aspekt (technische, soziale, kulturelle, ökologische, ökonomische etc.) dargestellt. Dabei wird auf die regionalen und länderspezifischen Unterschiede eingegangen und auf aktuelle Erfahrungen eingegangen.
Zentrale Fragestellungen:

  • Wie ist die Wasserknappheit (physisch und ökonomisch) regional verteilt?
  • Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Wasserverfügbarkeit?
  • Wie sieht das Verhältnis von Wasser und Bevölkerung (Urbanisierung, indigene Völker, Frauen etc.) aus?
  • Regionale Beispiele: Mexiko Stadt, Brasilien, Lima (Anden)

Vorträge:
10.30 – 11.15 Uhr: Entre abundancia y escasez de agua en México y Centroamérica | M. Eng. Inés Lacayo (AG Wasser + Entwicklung)
11.15 – 12.00 Uhr: GIZ en el sector de agua y saneamiento en la región andina | Dr. Andrea Kramer (GiZ)
12.00 – 12.30 Uhr: Pause
12.30 – 13.15 Uhr: Desafios en la Gestión de los recursos hídricos en Sudamérica | Eliana Romero Callo (AG Wasser + Entwicklung)

Teil 2 – Lösungsansätze: Wassertechnologien und -management in Lateinamerika (Sa., 22.10.)

Zentrale Fragestellungen:

  • Kann angepasste Technologie eine Lösung bieten? (Beschreibung und Strukturierung unterschiedlicher angepasster Technologien)
  • Welche anderen Ansätze zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft gibt es? (Politische und ökonomische Steuerungsinstrumente)

Vorträge:
14.30 – 15.15 Uhr: El Programa de Gestión de la Demanda de Agua en Lima, Perú | Dr. -Ing. Raul Trujillo (VAG Armaturen GmbH)
15.15 – 16.00 Uhr: Agua y Planeamiento Urbano – Caso de estudio: Lima Metropolitana | MSc. José Luis Chong (Universitat de Catalunya)
16.00 – 16.30 Uhr: Pause
16.30 – 17.30 Uhr: Diskussion / Gruppenarbeit | Dipl.-Ing. Jochen Hack
17.30 – 18.00 Uhr: Tagesabschluss / Evaluation | Dipl.-Ing. Jochen Hack

Teil 3 – Konkrete Fallbeispiele (So., 23.10.)

Präsentation und Diskussion von interdisziplinären Projekten des Wassersektors in Lateinamerika.

  • Spezielle Erfahrungen aus Projekten mit angepassten Technologien in Lateinamerika (Peru)
  • Kommunale Wasserversorgung durch Frauenorganisationen (Kolumbien)
  • Umweltpolitik / -ökonomie (Nicaragua)

Vorträge:
10.00 – 11.00 Uhr: Public-Private-Partnership en Nicaragua: El Proyecto de Pagos por los Servicios Ambientales Hídricos | Dipl.-Ing. Jochen Hack (AG Wasser + Entwicklung)
11.00 – 11.30 Uhr: Pause
11.30 – 12.15 Uhr: Las represas como mecanismos de desarrollo limpio (MDL)? | Economista David Rodriguez (Universidad Frankfurt)
12.15 – 13.00 Uhr: Agua y minería: Dos locomotoras de desarrollo en contravía? | Economista David Rodriguez (Universidad Frankfurt)
13.00 – 14.00 Uhr: Tagesabschluss / Evaluation | Dipl.-Ing. Jochen Hack

Auswertung der Veranstaltung

Das Seminar war mit 27 Teilnehmern aus neun verschiedenen Ländern ein großer Erfolg. Die Heterogenität der Teilnehmerschaft drückte sich auch in den unterschiedlichen Studienrichtungen aus und sorgte für aufschlussreiche Diskussionen. Die unterschiedlichen Referenten aus Forschung, Privatwirtschaft und Entwicklungspolitik präsentierten ein breites Spektrum an Wasserthemen mit unterschiedlichen diziplinären Sichtweisen. Die Fallstudien aus Nicaragua, Peru und Kolumbien trugen zu einer besonderen Anschaulichkeit bei.

Das Seminar wurde vom STUBE Hessen evaluiert. Das Ergebnis der Evaluierung gibt es hier.